Material shifts: Abfall, Aufbruch
Dominik Einfalt, Klemens Hegen, Konstantina Hornek, Anouk Lucas, Ida Westh-Hansen
Ausstellung

3. – 30. Nov 2025

U-Bahn-Station Volkstheater
1060 Wien

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Dominik Einfalt

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Klemens Hegen

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Konstantina Hornek

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Anouk Lucas

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Ida Westh-Hansen

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Material shifts: Abfall, Aufbruch zeigt künstlerische Positionen von Studierenden der Universität für angewandte Kunst Wien, die neue ästhetische und materielle Möglichkeiten im Spannungsfeld zwischen traditioneller Lederverarbeitung und zukunftsweisenden biobasierten Praktiken erproben.

Die Arbeiten entstanden in Verbindung mit dem Workshop Chitin [C8H13NO5] von Julia Ihls sowie mit der Zentralen Lederwerkstatt unter der Leitung von Heidelinde Zach. Die Ausstellung ist im November in der U-Bahn-Station Volkstheater zu sehen.

Dominik Einfalt
more-than-

“More-than-“ verknüpft Prozesse des Verfalls, der Zirkulation und der Erneuerung. Unablässig rinnt Schleim die Skulptur hinab, zersetzt das Bioplastik und nährt zugleich den Weizen, der in einem Geflecht aus Metallgewebe wurzelt.

Das Werk lässt sichtbar werden, wie von Menschen geschaffene und natürliche Materie in fortwährenden Zyklen von Entstehen und Vergehen ineinander verwoben sind – in einem beständigen Spiel dessen, was bleibt, und dessen, was vergeht.

Klemens Hegen

V

“V” besteht aus wiederverwendeten Haltegriffen aus stillgelegten 4020er-Zügen der ÖBB und recycelten Ledergürteln. Die skulpturale Arbeit erforscht Transformation und Erinnerung, indem sie abgenutzte, funktionale Elemente neu kontextualisiert. Kratzer und Abrieb erzählen von vier Jahrzehnten Nutzung und werden zu stillen Zeugen von Zeit und Bewegung.

Konstantina Hornek

Case Study C8H13NO5 // Sample 48 – flowing, floating, fleeting

Das Plastiksackerl – ein Symbolträger alltäglicher Bequemlichkeit und ökologischer Schwere. “Case Study C8H13NO5 // Sample 48 – flowing, floating, fleeting” verbindet mit einer biologisch abbaubaren Chitin-Alternative poetischen Kommentar und Materialexperiment: Die Installation reflektiert eine Ambivalenz von (In-)Transparenz, Beständigkeit und Vergänglichkeit, globaler Last und des popkulturellen Status des Plastiksackerls.

Anouk Lucas
I am no monument

„I am no monument“ befasst sich mit den Eigenschaften des nach Zellulose zweithäufigsten Biopolymers: Chitin. Es kommt in den Schalen von Krebstieren, den Exoskeletten von Insekten und den Zellwänden von Pilzen vor. Chitin-Biokunststoffe zersetzen sich innerhalb von zwei bis sieben Wochen in Erde oder Kompost. Dieser Prozess unterstützt das Wachstum der im Boden vorhandenen Mikroorganismen, die den Biokunststoff abbauen und dabei Kohlenstoff und Stickstoff aufnehmen.

Ida West-Hansen
Studie in pflanzlich gegerbtem Leder
Studie in Rinds- und Ziegenleder

Zwei Studien in amorpher Form zeichnen die Rückkehr eines gewebten Materials zu der geschwungenen Gestalt des Tieres nach, dem es einst entstammte. Jeder Versuch ist leicht asymmetrisch und verschiebt die ursprüngliche Form auf subtile Weise.